Die Suchkiste kompetent nutzen

Update 2. April: Die Schulungen können so leider nicht stattfinden, die Nachfrage war ziemlich gering. Wir werden trotzdem gerne über die Suchkiste und andere “Discovery Interfaces” auf dem Bibcamp diskutieren, allerdings nicht nach dem unten veröffentlichten Schulungsprogramm…

Aus den Rückmeldungen der AG Nutzungserlebnis haben wir erkannt, dass die Suchkiste nicht so einfach zu bedienen ist, wie wir gehofft haben. Da wir einige der kritisierten Punkte nicht beheben werden, haben wir uns entschlossen, Schulungen zur Suchkiste anzubieten. Wir möchten dieses Schulungsprogramm erstmals auf dem 3. Bibcamp, das am 7. und 8. Mai in Hannover stattfindet, ausprobieren – auch weil wir uns kritische Anmerkungen von den dort anwesenden Spezialistinnen und Spezialisten zum Thema Informationskompetenz erhoffen.

Unser vorläufiges Schulungsprogramm sieht folgende Punkte vor:

  • Formulierung einfacher Suchen mit der Suchsprache der Suchkiste
  • Formulierung komplexer Suchen mit der Suchsprache der Suchkiste
  • Arbeiten mit der Trefferliste
    • Details von Treffern aufrufen
    • Suchen verfeinern
    • Trefferlisten sinnvoll sortieren
    • Trefferlisten filtern
    • Volltexte abrufen
    • Anzeige von mehr als 20 Treffern
  • Setzen von Lesezeichen

Falls Sie im Rahmen des Bibcamps an dieser Schulung teilnehmen möchten, bitten wir Sie, uns eine kurze Nachricht an suchkiste@gbv.de zu schicken, damit wir ausreichend gedruckte Schulungsunterlagen mitbringen können.

9 comments.

  1. [...] [Update 9:38 Uhr] 1.04.2010 | von Dörte Böhner | Keine Kommentare » | Kinstler, Till: Die Suchkiste kompetent nutzen, [...]

  2. Das Problem liegt einfach in der Formulierung “mit der Suchsprache der Suchkiste”. Ich hatte gehofft, dieses Zeitalter liegt (bis auf einige Retrieval-Dinosaurier) hinter uns. Es ist keinem nichtbibliothekarischen Nutzer vermittelbar, warum er sich irgendwelche Befehler merken soll, die er sonst nirgendwo benutzt.

    Ich selbst empfehle die Suchkiste aus diesem Grund bislang nicht. Sehr schade, aber m.E. helfen da auch keine Schulungen, sondern nur eine Änderung der Suchoberfläche oder vielleicht ein anderes Ranking.

  3. PS: Ich gehe davon aus, dass das hier kein Aprilscherz ist, ich finde die Oberfläche nämlich wirklich nicht benutzbar.

  4. Ich komme auch. Super Idee!!

  5. Klasse! Nicht nur ich hatte auch schon ein paar Probleme, die Ergebnisse der Suchkiste zu durchschauen. Endlich eine Schulung! Dann kann man sich auch mal wieder auf die Kernaufgabe Informationskompetenz und die Funktion als Multiplikator freuen. Ich bin schon gespannt ;-)

  6. @CH: Wir wissen (bzw. wissen es noch nicht, weil Tests erst demnächst beginnen, sondern vermuten konkrete Probleme an einingen Stellen), dass die Oberfläche noch nicht wirklich gut ist. Wir würden uns aber sehr freuen, konkrete Hinweise auf Probleme zu bekommen. Denn wir kommen natürlich wunderbar klar damit… Auch Hinweise auf Probleme mit der Sortierung nehmen wir gerne entgegen (das können wir nur durch Benutzerrückmeldungen optimieren).
    Nur so können wir die Suchkiste verbessern. Und ehrlich gesagt: Wir finden es auch besser, Ressourcen in die Verbesserung schlechter Angebote zu stecken als in Schulungen, da hast du schon Recht.
    Die “Suchsprache der Suchkiste” war allerdings tatsächlich ein Scherz. Man kann zwar boolsche Operatoren, Suchfelder, Klammerung und Trunkierung verwenden (wie in der zugegeben launisch formulierten “Hilfe” erläutert), muss es aber nicht (es sei denn, man besteht darauf, eine “präzise Treffermenge” zu bekommen). Ansonsten einfach mal alles, was einem einfällt, in den Suchschlitz schreiben. Nummern, Begriffe,… Irgendwas wird schon matchen. Wenn nicht, ein bischen verändern und schauen, was passiert…

  7. 1. Ich suche nach “marketing”. Die ersten vier Ergebnisse:

    Verf.: Baker, Michael John.
    Titel: The marketing book
    Jahr: 2003

    Verf.: Cherington, Paul T.
    Titel: Marketing Marketing
    in: Journal of marketing., Vol. 1, No. 3 (1937), p. 223
    Jahr: 1937

    Verf.: Seine (France). Préfecture
    Titel: Rapport sur les marchés publics : en Angleterre, en Belgique, en Hollande et en Allemagne
    Jahr: 1846

    Verf.: Krishnamurthy, Sandeep
    Titel: Contemporary research in e-marketing
    Jahr: 2005

    Nach was wird hier sortiert? Es ist mir nicht ersichtlich. Es ist nicht einmal ersichtlich, wieviele Treffer ich erziele. Sind es 35, die ich mal eben überfliegen kann? Sind es 17.560, bei denen ich sicherlich nochmal tauglichere Suchbegriffe ausprobieren müsste? Die Suchkiste geizt mit Informationen, die sie sicherlich hat.

    2. Eine “präzise Treffermenge” ist das, was ich von einem Katalog oder einer Suchmaschine erwarte. Mal schauen, was passiert, ist genau das, was ich nicht möchte.

    3. Der “gemeine Nutzer” probiert vielleicht eher herum, als sich an eine erweiterte Suche heranzuwagen. Aber ist das wirklich schon ein Argument, das Instrument an sich abzuschaffen?

    4. Ich finde auf der Suchkistenseite keinen Hinweis, was ich finden kann. Oder ist die Liste auf der Startseite vollständig?

    Schön, dass Ihr so offen kommuniziert! Die Suchkiste hat eine Menge Potential, es wäre wirklich schade, wenn sie nicht in der nerd-bibliothekarischen Nische bliebe.

  8. Zu 1: Die Sortierung drückt die Ähnlichkeit zwischen Suchanfrage und Treffern aus :-) . Ziemlich klassisches “Relevance Ranking”… Solr implementiert (wie viele moderne Text-Suchmaschinen) ein Vektorraummodell. Dokumente und Suchanfragen werden also als Vektoren dargestellt. Die Komponenten dieser Vektoren werden zudem mit Gewichten versehen. Eine gängige Methode zur Berechnung dieser Gewichte ist tf*idf. Die Suchkiste benutzt konkret die Standard-Implementierung davon in Lucene wie hier dokumentiert: http://lucene.apache.org/java/2_9_0/api/core/org/apache/lucene/search/Similarity.html
    Zudem kann man in Solr/Lucene die Ranking-Formel durch allerlei “Boosting-Faktoren” beeinflussen (z.B. bestimmte Suchindexe oder gar Suchbegriffe stärker oder schwächer gewichten). Davon machen wir intensiven Gebrauch.
    Nun ist es schlicht so, dass “Einwortsuchen” in Vektorräumen nicht viel besser funktionieren als in boolschen Retrievalsystemen (wie sie den meisten klassischen OPACs zugrunde liegen), der Vektor ist halt recht kurz :-) . Tipp Marketing mal in http://gso.gbv.de/DB=1.55/ ein (und diese Datenbank enthält noch deutlich weniger Datensätze als die Suchkiste)… Deswegen haben wir einen “langen Suchschlitz” und erlauben uns ab 3 Suchbegriffen eine “gewichtete VerODERung” der Suchbegriffe (sprich es dürfen dann welche in den Treffern fehlen). Das funktioniert bei vielen Beispielen recht gut, bei manchen halt nicht (die können wir aber nicht alle kennen).
    Das hilft einem Benutzer auf Suche nach “Marketing” nicht wirklich weiter, aber auf die Frage nach “Marketing” gibt es halt keine einfache Antwort… Nicht unter über 20 Millionen Datensätzen…
    Zur (Nicht-)Anzeige der Trefferanzahl hatte ich hier schonmal was geschrieben…

    zu 2: Hilft es dir wirklich weiter, wenn eine Suchmaschine sagt: “zu ihrer Suche nach Marketing gabs 567.242 Treffer” und sie dir die dann nach Erscheinungsjahr sortiert ausgibt? Schaust du die an? Bevor nun jemand die Vorteile der Sortierung nach Erscheinungsjahr niederbetet: Man kann das Suchergebnis auch in der Suchkiste nach Erscheinungsjahr sortieren. Aber vielleicht ist auch das zu versteckt in der Ergebnistabelle?

    zu 3: Du kannst doch alles, was man mit einer klassischen “erweiterten Suche” machen kann, viel komfortabler mit ein paar recht simplen Suchausdrücken erreichen. Für Informationsspezialisten gibt es das, was unter http://finden.nationallizenzen.de/Pages/Hilfe erläutert ist. Wobei man vieles davon auch ganz ohne den Einsatz solcher Mittel erreicht… Wenn du willst, betrachte es als “ökonomische Entscheidung”: Die Implementierung einer “erweiterten Suche”, die kaum jemand außer Informationsspezialisten nutzt, ist schlicht “zu teuer”. Wer Profi ist, sollte auch in der Lage sein, ein paar “kompliziertere Suchausdrücke” einzutippen. Auch wenn das unserer Meinung nach gar nicht oft nötig ist.
    Die vielleicht wichtigste Möglichkeit so einer erweiterten Suche – die Einschränkung der Treffermenge nach Erscheinungsjahr – ist ja jetzt schon ziemlich einfach möglich, auch wenn diese Funktion vielleicht noch zu gut versteckt ist?

    zu 4: Ja, die Liste auf der Startseite ist vollständig. Das Datengeschäft hinter der Suchkiste (Nationallizenz-Daten von Verlagen bekommen, Daten analysieren, normalisieren und konvertieren, prüfen und freigeben) ist sehr mühselig. Deswegen geht es leider nicht schneller…

    Wir wissen ja, dass das noch nicht optimal ist, was wir da anbieten. Wir werden das auch gerne verbessern, wir haben ja erst etwas mehr als Projekthalbzeit. Aber dazu brauchen wir auch Rückmeldung. Die wird nun zum einen systematisch gesammelt (per Tests, leider ist die Notwendigkeit solcher Tests nicht immer leicht zu vermitteln). Nützlich sind aber auch Einzelrückmeldungen von echten Nutzern. Um die zu bekommen, muss man allerdings auch in “2.0-Zeiten” mitunter ziemlich provozieren… Da kommt kaum was trotz stattfindender und steigender Nutzung. Aber die Forschung hat ja auch schon rausgefunden, dass Nutzer ihr Suchverhalten gut an schlechte Retrieval-Systeme anpassen (aber wie immer: Artikel lesen, das ist nicht die Kernaussage)… Naja :-)

  9. zu 1: Wenn man nach unten scrollt, wird man sehr schnell feststellen, das es sehr, sehr viele sind: mehr als man selbst sinnvoll auswerten kann…

    zu 2: Ist es eine “präzise Treffermenge”, die mir hilft, oder sind es passende Treffer? Wenn man einen einzigen Begriff wie “marketing” eingibt und der 1. Treffer eine umfassende Einführung in das Marketing gibt, finde ich das sinnvoll. Der 2. Treffer stammt von Marketing Prof aus Harvard. Der Begriff Marketing setzte sich so in den 1920er Jahren durch und wurde von US-amerikanischen Universitäten geprägt. Da scheint ein Treffer aus diesem Dunstkreis in 1930er Jahren auch nicht abwegig zu sein.

    zu 3: Was der “gemeine Nutzer” möchte, muss man letztlich durch Evaluierung herausfinden. Allerdings gibt es schon viel Literatur zum Suchen/Finden. Da haben wir uns bedient und hoffen einen guten Weg eingeschlagen zu haben. Ja, man muss aber auch mal Dinge “abschaffen”, um Neues aufbauen zu können.

    zu 4: Mehr als 3.400 Zeitschriften mit über 7,7 Mio. Artikel, über 360.000 Bücher und über 208.000 sonstige Werke können recherchiert werden, die dann im Volltext online bei Verlagen vorliegen. Außerdem stehen Nachweise von über 4.700 Zeitschriften mit mehr als 15,9 Mio Artikeln zur Verfügung. Wenn man´s genauer für ein einzelens Produkt wissenen wöchte: http://www.nationallizenzen.de/angebote/nlproduct.2006-03-14.9081452821/nlproduct_ezb Wir haben da keine Idee, wie man so etwas sinnvoll vermitteln kann.

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